Alles über Johanniskraut gegen Schlafstörungen 1

Alles über Johanniskraut gegen Schlafstörungen

Johanniskraut.net kann Ihnen nur eine erste Richtung zum Thema Johanniskraut geben. Alle Angaben sind ohne Gewähr. Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Johanniskraut gegen Schlafstörungen: Johanniskraut ist ein altes, bewährtes Hausmittel gegen Schlafstörungen – und weil es die Ursachen – Nervosität, Angstzustände, Ruhelosigkeit und depressive Grübeleien – an der Wurzel bekämpft, übertrifft es dabei so manches Medikament oder macht es vielmehr gänzlich überflüssig. Neben der Tatsache, dass die Wirkung wissenschaftlich bewiesen ist, ist das Fehlen einer möglichen Abhängigkeit, so wie sie bei normalen Schlaftabletten vorkommt, ein klares Argument für die Nutzung von Johanniskraut gegen Schlafstörungen.

Johanniskraut ist eine, besonders in den Regionen Europas und Asiens, heimische Heilpflanze, die gerne bei innerer Unruhe, Schlafstörungen und Nervosität eingenommen wird.
Auf der einen Seite soll Johanniskraut den wichtigen Tiefschlaf verlängern, besser gesagt die letzte der Nicht-REM-Schlafphase.
Zudem lindert das Johanniskraut gesundheitliche Beschwerden wie Angstzustände und Depressionen, welche den Schlaf enorm stören können. Insofern ist eine Behandlung mit Johanniskraut eine hervorragende Alternative zu Melisse, Hopfen und Baldrian.

Schlafstörungen können jeden treffen

Schlafstörungen können jeden treffen – abhängig von der Lebensphase, den Umständen, dem Gesundheitszustand und vielen anderen Faktoren. So ist bekannt, dass wechselnder Schichtdienst beispielsweise den natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus nachhaltig durcheinanderbringt und sogar die Gesundheit gefährdet.

Meist äußern sich typische Schlafstörungen in Unruhe und hartnäckiger Wachheit bis spät in die Nacht. Andere Betroffene schlafen zunächst ein, um in den Stunden nach Mitternacht hochzuschrecken und in zwanghaftes Grübeln zu verfallen.

Selbst Kinder erleiden unter dem Einfluss von traumatischen Erfahrungen oder schlicht im Zuge einer Entwicklungsphase Phasen, in denen sie schlecht schlafen, oft gepaart mit Bettnässen, Alpträumen, „Nachtangst“ – Aufwachen mit panischem Schrecken, wobei die Betroffenen dabei oft minutenlang nicht ansprechbar sind, oder Schlafwandeln.

Doch auch Erwachsene können solche Schlafstörungen erleiden. Dazu kommen noch Atemstörungen im Schlaf (Apnoe), Schnarchen, Zähneknirschen, Sprechen im Schlaf und ähnlichen Erscheinungen.

Welche Arten von Schlafstörungen gibt es?

Die Definition von Schlafstörung

Ein Drittel des Tages, also ca. 8 Stunden sollten wir eigentlich mit Schlafen verbringen, um dem Körper ausreichend Zeit zur Regeneration zu bieten. Doch jeder Fünfte, allein ein Deutschland, leidet an Schlafstörungen. Dabei sind häufiger Frauen, als Männer betroffen. Es wird dann von einer Schlafstörung gesprochen, wenn der Schlaf selbst nicht mehr als erholsam empfunden wird.

Schlafstörungen lassen sich in verschiedene Arten unterteilen. Die häufigsten dabei sind:
– Chronische Insomnie
– Restless-Legs-Syndrom
– Schlafapnoe
– Zirkadiane Schlaf-Wach-Rhythmusstörung
– Narkolepsie

Chronische Insomnie

Diese Art der Schlafstörungen umfasst Einschlafprobleme, Durchschlafprobleme oder das zu frühe Erwachen. Wer Schwierigkeiten mit dem Einschlafen hat, wälzt sich trotz großer Müdigkeit im Bett hin und her und kann nicht einschlafen. Das kann mitunter eine halbe Stunde, eine Stunde oder mehrere Stunden dauern. Die Durchschlafprobleme erklären sich fast von selbst, man kann recht gut einschlafen, wacht aber immer mitten in der Nacht wieder auf. Personen, die an der dritten Art der Schlafstörungen leiden, können zwar hervorragend einschlafen, können auch durchschlafen, werden jedoch weit vor dem Klingeln des Weckers wach und können dann nicht mehr einschlafen. Besonders belastend werden die Typen der Schlafstörungen empfunden, wenn sie in der Kombination auftreten.

Restless-Legs-Syndrom

Betroffene, die an dem Restless-Legs-Syndrom, auch bekannt als unruhige Beine, leiden, haben den unkontrollierbaren Drang immer die Beine in Bewegung zu halten. Besonders wenn die Beine zur Ruhe kommen, fangen sie an zu stechen, kribbeln oder zu krampfen. Bewegt man aber die Beine, lassen die schmerzenden Symptome nach oder verschwinden sogar völlig. Betroffene leiden an Schlafstörungen, da die unruhigen Beine besonders abends und nachts auftreten. Anstatt zu schlafen, wandern Betroffene nachts umher, um die Symptome zu lindern.

Schlafapnoe

Bei der Schlafapnoe leidet der Betroffene an Atempausen, genauer gesagt Atemaussetzer, welche zehn Sekunden oder sogar länger anhalten können. Im Regelfall schnarchen die betroffenen Menschen auch unregelmäßig und laut. Die Atmung setzt immer wieder aus, was das Gehirn alarmiert. Daher wird der Schlaf der Betroffenen immer wieder aufs Neue unterbrochen.

Zirkadiane Schlaf-Wach-Rhythmusstörung

Wer am Tage so müde ist, dass er problemlos schlafen könnte, allerdings nachts immer wach im Bett liegt und nicht einschlafen kann, dessen innere Uhr könnte falsch ticken und aus dem Rhythmus gekommen sein. Meist kann dies kurzfristig, beispielsweise durch eine Zeitverschiebung aufgrund einer Reise, vorkommen. Doch auch Menschen, die Schichtarbeit ausüben, können diese Probleme haben, weil der Körper keinen Rhythmus findet.

Narkolepsie

Auch wenn diese Betroffenen nachts hervorragend und genügend schlafen, fallen ihnen plötzlich am Tage die Augen zu und sie schlafen ein. Diese Schlafstörung ist eher selten und auf neurologische Ursachen zurückzuführen.

Gegen welche Schlafstörungen kann Johanniskraut helfen?

Die Einnahme von Johanniskraut kann besonders Menschen helfen, die an einer chronischen Insomnie leiden. Also Probleme mit dem Einschlafen, dem Durchschlafen und dem zu frühen Wachwerden. Da Johanniskraut beruhigend wirkt, kann es helfen Einschlafstörungen entgegenzuwirken, besonders wenn diese mit einem erhöhten Grübeln, Angstzuständen oder innerlicher Unruhe einhergehen.

Außerdem soll die Wirkung von Johanniskraut auch die Neurotransmitter, unter anderem das Serotonin, beeinflussen. Daher hat es auch einen Einfluss auf das Schlafhormon Melatonin, welches, wenn es dunkel ist, aus dem Serotonin entsteht. Auch der Schlaf-Wach-Rhythmus kann unter der Einnahme von Johanniskraut deutlich besser werden.

Wie wirkt Johanniskraut gegen Schlafstörungen?

Laut Studien und klinischen Untersuchungen hemmt das Johanniskraut eine Wiederaufnahme von mehreren Neurotransmittern, wie Gamma-Amino-Buttersäuer und Serotonin, welche besonders beim Schlafen eine enorme Rolle spielen.

Gamma-Amino-Buttersäure: Das Hypericin im Johanniskraut wirkt als Rezeptorantagonist von der Gamma-Amino-Buttersäure, welches ein beruhigender Neurotransmitter ist, der den Schlaf fördert.
Serotonin: Das Hyperforin im Johanniskraut hemmt die Wiederaufnahme des Serotonins, welches ein Neurotransmitter ist, der zu Schlafregulierung beiträgt.

Vorteile und Anwendung von Johanniskraut für den Schlaf

Häufig wird Johanniskraut eingenommen, um den Schlaf deutlich verbessern zu können. Seine Wirkung allerdings ist noch nicht ausreichend erforscht. Doch es wird angenommen, dass das Johanniskraut die Dauer des Tiefschlafes verlängert. Und genau diese Phase ist für die geistige und auch körperliche Regeneration am wichtigsten. Sie geht dem REM-Schlaf unmittelbar voraus. Deswegen ist Johanniskraut auch eine gute Wahl, wenn eine Erschöpfung aufgrund von schlechtem Schlaf vorliegt.

Beruhigt Johanniskraut die Nerven?

Das Johannikraut ist das, am häufigsten eingesetzte pflanzliche Antidepressivum, wenn es um die Behandlung von nervöser Unruhe und Stimmungstief geht. Für die Wirksamkeit der Pflanze sind die Wirkstoffe Hypericin und Hyperforin verantwortlich. Diese Wirkstoffe können nachweislich die Nerven beruhigen und die Stimmung aufhellen.

Welche Studien gibt es zu Johanniskraut gegen Schlafstörungen?

Tierversuche

Ergebnisse der Forschung ergaben, dass Johanniskraut bei Tieren, indirekt das Schlafverhalten beeinflussen kann. Doch, wie?
Bei Mäusen mit Schlafentzug wurden die Symptome von Stress und leichter Angst unter dem Einfluss von Johanniskraut deutlich reduziert.

Forschung am Menschen

Johanniskraut kann laut klinischen Forschungen in allererster Linie mehr das Schlafverhalten, als die allgemeine Schlafqualität positiv beeinflussen.
Eine Einnahme von 900 mg Johanniskraut kann die Tiefschlafdauer deutlich erhöhen. In einer Placebo-kontrollierten doppelblind Studie bekamen 12 der Teilnehmer während einer Dauer von 4 Wochen, dreimal täglich 300 mg Johanniskraut oder ein Placebo.

Im Vergleich zum Placebo erhöhte sich die Zeit, die im Tiefschlaf verbracht wurde. Doch weder die Einschlafphase noch die Schlafdauer konnte nachweislich verbessert werden.
Im Allgemeinen kamen die Forscher zu dem Ergebnis, dass ein Johanniskrautpräparat eine verlängerte Phase des Tiefschlafes während der gesamten Schlafdauer bewirkt.

Welche Johanniskraut-Dosierung zum Schlafen

Eine Dosis von 0,9 bis 900 mg Johanniskraut täglich wurden in klinischen Studien angewandt. Die standardisierten Nahrungsergänzungsmittel reichen von 60 bis 300 mg Johanniskrautextrakt.
Um eine ausreichende Wirkung erzielen zu können, sollte man eine Dosis von 600 bis 900 mg einnehmen.

Wann tritt die Wirkung ein?

Johanniskraut gibt es in Form von Tinkturen, Tees, Kapseln, Dragees oder Tabletten. Doch man sollte wissen und bedenken, dass es nicht sofort nach der ersten Einnahme Wunder vollbringen kann. Bis man einen positiven Effekt verzeichnen kann, können mehrere Wochen vergehen. Zudem sollten die Präparate auch dementsprechend hoch dosiert sein. In Tees beispielsweise kommen nur Inhaltsstoffe in niedriger Konzentration vor. Daher haben diese oft keinerlei Einfluss auf den Körper. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich bei einem Arzt oder Apotheker beraten lassen.

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

Nebenwirkungen

Der Inhaltstoff Hypericin, welches im Johanniskraut vorhanden ist, kann die Haut viel empfindlicher gegenüber Licht und UV-Strahlung machen. Bis zu sonnenbrandähnliche Reaktionen kann es kommen. In manchen Fällen kann es zu allergischen Hautreaktionen und zu Magen-Darm-Beschwerden führen.

Wechselwirkungen

Bei einer Einnahme von Johanniskraut und einer zeitgleichen Einnahme zahlreicher Medikamente kann es mitunter zu gefährlichen Wechselwirkungen kommen. Denn das Johanniskraut hat die Eigenschaft, viele Wirkstoffe von anderen Medikamenten deutlich zu schwächen. Besonders gilt das bei einer gleichzeitigen Einnahme von Medikamenten gegen Herz-Kreislaufproblemen, Blutverdünnungsmittel, HIV/AIDS Medikamenten und Antibabypille.
Schwangere und stillende Frauen sollten gänzlich auf die Einnahme von Johanniskraut verzichten, dasselbe gilt auch für Kinder und Jugendliche.

Alternativen, die gegen Schlafstörungen helfen können

Es gibt eine Vielzahl an Tipps, die gegen Schlafstörungen helfen können. Auch Hausmittel können dabei helfen, auf natürliche Weise und ohne Schlafmittel einschlafen zu können. Doch nicht alle werden bei jedem funktionieren. Daher sollte man verschiedene Alternativen versuchen und herausfinden, welche einem selbst helfen können.

Tipps und Hausmittel:

  • Ein kurzer Spaziergang am Abend: Bekanntlich macht Bewegung müde, doch sie kann auch helfen, besser durchzuschlafen. Allerdings sollte auf eine schweißtreibende Sportart vor dem Schlafengehen verzichtet werden. Dies regt den Körper nämlich eher noch an.
  • Badewanne: Durch das Entspannen in der Badewanne, sinkt leicht die Körpertemperatur, was nachweislich die Müdigkeit steigert. Um diesen Effekt erzielen zu können, sollte man sich ein oder zwei Stunden vor dem zu Bett gehen in ca. 40 Grad warmes Wasser legen. Zusätzlich kann dieser Effekt noch mit Badezusätzen wie Baldrian, Lavendel oder Melisse unterstützt werden.
  • Heißer Tee oder Milch: Eine Tasse Kräutertee mit Hopfen, Baldrian oder Melisse kann beim Einschlafen wunderbar helfen. Auch die klassische und beliebte heiße Milch mit Honig kann, hervorragend das Einschlafen erleichtern.
  • Kräuterkissen: Besonders beruhigend wirkt der Duft von Lavendel, Melisse, Hopfen oder Baldrian.
  • Entspannungstechniken: Autogenes Training oder progressive Muskelentspannung können den Geist besänftigen und beruhigen und gleichzeitig den Körper entspannen. Beide Techniken können helfen, besser ein- und durchzuschlafen.

Schlafstörungen: Wann sollte man zum Arzt?

So ziemlich jeder leidet mal kurzzeitig an Schlafstörungen. Doch sollten diese länger als vier Wochen anhalten und öfter als dreimal wöchentlich vorkommen, sollte der Betroffene die Ursachen dafür abklären lassen.

Das erste Gespräch beim Hausarzt kann dabei der richtige Schritt in die richtige Richtung sein. Denn manchmal liegen auch organische oder psychische Erkrankungen zugrunde. In solchen Fällen sollte man die Behandlung den Ärzten und Psychologen überlassen. Sie können, wenn nötig auch Medikamente verschreiben, die das Einschlafen und das Durchschlafen deutlich verbessern.

Die Folgen von Schlafstörungen

Betroffene sind durch anhaltende Schlafstörungen tagsüber erschöpft und müde. Wer in der Nacht nicht schlafen kann, verliert an Leistungsfähigkeit und Konzentrationsfähigkeit. Dies wird nicht nur auf der Arbeit schnell deutlich, sondern im gesamten Alltag. Aufgrund der Schlafstörungen leiden Betroffene an Stimmungsschwankungen und depressive Verstimmungen.

Häufig betrifft dies dann nicht nur den Betroffenen selbst, sondern auch sein Umfeld. Denn nicht selten führt die Schlaflosigkeit zu großer Anspannung und zu zwischenmenschlichen Verstimmungen. Dies führt zu weiteren schlaflosen Nächten. Betroffene sollten sich, spätestens, wenn so ein Teufelskreis vorliegt, Hilfe bei einem Arzt holen oder eine Schlafambulanz aufsuchen.

Schlafstörungen aus medizinischer Sicht

Einige Ausnahmemenschen scheinen generell mit wenig Schlaf auszukommen. Doch die Mehrheit benötigt auf Dauer mindestens sechs bis sieben Stunden ungestörten und regelmäßig stattfindenden Tiefschlaf, um leistungsfähig, fit und ausgeglichen zu bleiben.

Der Gradmesser dafür, ob eine Schlafstörung vorliegt oder nicht, ist das Befinden tagsüber: Beständige Tagesmüdigkeit, Konzentrationsschwächen, schlechte Laune, Kopfschmerzen und müde Augen zeigen an, dass die Nachtruhe nicht ausreicht. Das ist gelegentlich in Kauf zu nehmen, ein Dauerzustand ist es nicht.

Halten die Schlaf- oder Einschlafstörungen über längere Zeit an, sind Betroffene nicht nur beständig müde, sie können sogar krank werden: Die Immunabwehr wird schwächer, der natürliche Alterungsprozess beschleunigt sich sichtbar. Wer an Schlafstörungen (medizinisch: Insomnie) leidet, „baut ab“. Versuche bewiesen, dass Schlafentzug eine Folter mit tödlichem Ausgang sein kann.

Agrypnie umfasst auch Ein- und Durchschlafstörungen, Dyssomnie ist der Oberbegriff und beinhaltet sogar eine andauernde Schlafsucht.

Selbstverständlich können diverse (auch erbliche) Erkrankungen, beispielsweise des Nervensystems, die Schlafstörungen hervorrufen. Wer dauerhaft daran leidet, sollte die möglichen Ursachen medizinisch abklären lassen. Bei beständiger Erschöpfung durch Schlafmangel müssen diese Ursachen gefunden und behandelt, der Zustand darf keinesfalls hingenommen werden.

Für gewöhnlich sind nicht organisch bedingte Schlafstörungen die Folge von geistig-seelischer Überanstrengung, Stress, Ängsten oder Depressionen, allerdings gelegentlich auch von Nikotin- oder Alkoholkonsum, ungesunden Ernährungsgewohnheiten, Bewegungsmangel, Bluthochdruck. All diese Faktoren sorgen dafür, dass ein Mensch zwar müde sein, aber trotzdem nicht einschlafen kann.

Schlaf ist sehr wichtig: Körper und Geist brauchen den Schlaf zur Regeneration. Gehirnforscher berichten beispielsweise, dass im Traum die Eindrücke des Tages verarbeitet und im Gehirn geordnet werden. Und viele wichtige Prozesse der Zellerneuerung fallen auf die Nachtstunden, wenn sich der Organismus im Ruhemodus befindet.

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Warum Medikamente auf Dauer keine gute Wahl sind

Natürlich sind Schlaftabletten für einen Menschen, der länger gar nicht oder nur unzureichend schlafen konnte, vorübergehend ein Segen: Der Alltag, die Nervosität, der gefürchtete „überwache Zustand“, Grübeln und Stress werden sofort und rigoros ausgeblendet.

Viele, die regelmäßig Schlafmittel nutzen oder nutzten, berichten allerdings von negativen Erfahrungen: Von anhaltender, bleierner Müdigkeit am anderen Tag, sogar von kater-ähnlichen Erscheinungen, und vor allem davon, dass die Dosis ständig erhöht werden muss, um noch wirksam zu sein: Achtung, hier lauert sogar die Gefahr einer Abhängigkeit! Bei längerfristiger Anwendung kann es sogar geschehen, dass aus vorübergehenden dauerhafte Schlafstörungen werden.

An den Ursachen für die Schlaf- und Einschlafstörungen ändert sich mittlerweile nichts. Wird das Medikament abgesetzt, beginnt die Misere womöglich von Neuem: Ein Hinweis darauf, dass sich hier ein keinesfalls gelöstes Problem verbirgt.

Vorübergehend mögen Schlafmittel helfen, wenn andere Strategien versagen: Ein warmes Bad vor dem Schlafengehen, Verzicht auf Alkohol und allzu viel Koffein über den Tag verteilt, ausreichend Bewegung an der frischen Luft und körperliches Verausgaben, ein bequemes Bett in einem nicht zu warmen, ruhigen Raum und viele andere Details, die höchst individuell sein können.

Johanniskraut und seine Wirkung gegen Schlafstörungen

Johanniskraut ist ein natürliches Mittel gegen Schlafstörungen nichtorganischer Art. Ein Grund für diese Wirkung ist die Tatsache, dass es über die Rezeptoren der Neurotransmitter im Gehirn die Melatonin-Produktion beeinflusst.

Aus dem Neurotransmitter Serotonin stellt der Organismus selbst einen Teil des benötigten Melatonins her. Dieser Prozess findet hauptsächlich in der Zirbeldrüse im Gehirn (Epiphyse) statt, allerdings auch in der Netzhaut im Auge und im Darm. Die Netzhaut steuert die Produktion: Unter dem Einfluss von Tageslicht wird die Freisetzung des Hormons gedrosselt – ein Grund, warum Menschen während der langen Sommertage sehr viel seltener über Müdigkeit klagen als im Winter. Bei Dunkelheit steigt die Melatonin-Produktion.

Über Rezeptoren im Gehirn und an anderen Orten signalisiert Melatonin dem Körper, wann es Zeit ist, zu schlafen: Im Ruhemodus sinken Blutdruck und Körpertemperatur ab, das Immunsystem dagegen läuft auf Hochtouren. Melatonin steuert teilweise auch Lernprozesse und den Haushalt der Sexualhormone. Nachts kursiert bis zu zwölfmal mehr Melatonin im Blut als tagsüber.

Mit dem steigenden Lebensalter verringert sich die Melatonin-Produktion: Ältere Menschen brauchen nicht etwa weniger Schlaf – sie schlafen nur häufig weniger gut und lange und werden häufig aus diesem Grund auch schneller müde.

Johanniskraut ist wissenschaftlich übrigens auch als Mittel bei depressiven Verstimmungen anerkannt: Wenn Sorgen und Nöte des Alltags das Schlafbedürfnis überlagern, die Nerven überreizt sind, bringt es auch hier die notwendige Unterstützung: Besserer Schlaf ist nur ein (wichtiger) Schritt auf dem Weg aus einer Depression oder einem Burnout heraus.

Johanniskraut beruhigt die Nerven (und macht müde)

Johanniskraut wirkt nicht nur harmonisierend auf den Hormonhaushalt – es sorgt unter anderem dafür, dass genügend Serotonin, der Grundstoff des Melatonins, verfügbar ist. Zugleich reguliert es auch das Vorkommen und die Aktivität der Neurotransmitter wie Dopamin und Noradrenalin: Dopamin hält wach, steuert die Wahrnehmungs- und Konzentrationsfähigkeit, sorgt für Glücksgefühle und Ausgeglichenheit, darf aber weder zu üppig noch zu spärlich verfügbar sein. Noradrenalin steuert beispielsweise Herzfrequenz und Blutdruck.

Johanniskraut hilft also dem Organismus, auf natürlichem Wege die nötige Seelenruhe und Nervenstärke zu bewahren und den Schlaf-Wach-Rhythmus den Erfordernissen anzupassen.

Zu sagen, dass Johanniskraut müde macht, ist stark vereinfacht – es verhindert im Grunde, dass äußere Eindrücke, Stress, Druck, Sorgen und Aufregung im Alltag das natürliche Schlafbedürfnis beiseite drängen.

Die Zusammensetzung seiner Inhaltsstoffe reguliert noch eine Reihe anderer biochemischer Prozesse im Körper. Auch wenn die Wirkung erst in ca. 2 Wochen einsetzt, lassen sich viele Hindernisse für einen gesunden Schlafrhythmus mit Hilfe von Johanniskraut beseitigen. Der Wirkungseintritt dauert zwar ein bissschen, dafür schläft man dann deutlich besser und gesünder als mit Tabletten. Viele Studien bestätigen übrigens die Wirkung.

Fazit: Mit Johanniskraut besser schlafen

Eine ganze Reihe von psychisch oder teilweise organisch bedingten Ursachen für langfristig schlechten Schlaf können mit Hilfe von Johanniskraut erfolgreich ausgeschaltet werden. Der Erfolg wird zwar etwa zwei bis drei Wochen auf sich warten lassen (in dieser Zeit können andere beruhigende und schlaffördernde Pflanzenpräparate Vorarbeit leisten), dafür aber umso nachhaltiger und vor allem frei von unliebsamen Begleiterscheinungen sein. Auch eine längerfristige Anwendung ist ohne Schaden möglich.

Es gibt viele Hausmittel und Rituale, um abends besser zur Ruhe zu kommen und besser einschlafen oder durchschlafen zu können. Doch sollten diese Alternativen nicht mehr ausreichend helfen, besteht die Möglichkeit der Einnahme von Johanniskrautpräparaten. Diese können nachweislich den Stress reduzieren, innere Unruhe lindern und beim Einschlafen helfen. Auch das Durchschlafen kann durch Johanniskraut unterstützt werden. Bei einer Einnahme der Präparate ist stets darauf zu achten, dass man die anderen Medikamente, die eingenommen werden müssen, nicht außer Acht lässt.

Denn Johanniskraut kann mit einer Vielzahl anderen eingenommenen Medikamenten schwere Wechselwirkungen hervorrufen. Hält man sich an die Dosierung und die Absprachen mit einem Arzt, hat man bei der Einnahme von Johanniskraut jedoch weniger zu befürchten, als bei einer Einnahme von anderen Antidepressiva oder Schlafmitteln. Sollten Schlafstörungen trotz Johanniskraut und anderen durchgeführten Möglichkeiten weiterhin anhalten, sollte ein Arzt prüfen, ob eine organische oder psychische Erkrankung dahintersteckt.

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